Im Rahmen der Weiterentwicklung und -gestaltung des Biosphärengebietes Schwäbische Alb soll im Bereich Tourismus ein Beitrag für die Gemeinde Eningen u. A. auf dem Freizeitgelände Eninger Weide geleistet werden. Als Einwohner von Eningen u. A. und Umgebung sind der Fortschritt und die positive Entwicklung der Gemeinde für uns von großer Bedeutung. Das Projekt sieht vor, auf dem Wald- und Wiesengelände der Eninger Weide zur Steigerung der Attraktivität dieses beliebten Freizeitgebietes einen Disc-Golf-Parcours zu installieren, der nicht nur Ausflüglern, sondern auch sonst jedem interessierten Besucher jeden Alters zur Verfügung steht und den Tourismus sowie die gastronomische Einrichtung im dortigen Wanderheim nachhaltig fördert. Die bisher geführten Gespräche mit einzelnen Gemeinderäten verliefen positiv und geben Anlass zur Zuversicht.
Wir - die Interessengemeinschaft Reutlinger Discgolf Freunde - sehen die Chance, das Biosphärengebiet Schwäbische Alb um eine große Attraktion zu bereichern und würden gerne in Erfahrung bringen, welche Fördermöglichkeiten bestehen um die Realisierung dieses Projektes zu unterstützen.
Zur Aufrechterhaltung der Pflege, des Betriebes und der Nutzung wird nach Bewilligung durch die Gemeindeverwaltung ein eigener Verein gegründet oder es erfolgt der Anschluss an einen örtlichen Verein.
Einen Überblick über die noch relativ unbekannte Sportart, die sich durch ständige Zuwachsraten auszeichnet, da der enge Bezug zur Natur und deren Schutz im Vordergrund stehen, liegt in Form eines Handout-Konzeptes (siehe unten) welches in Kürze der Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat von Eningen u. A. vorgestellt wird als Anlage bei. Zeitungsberichte und ein Referenzschreiben sind dort ebenfalls zu finden.
1. Was ist Discgolf
DiscGolf ist ein Outdoorsport aus den USA mit 40-jähriger Tradition, den es in Europa bereits seit den späten 70er Jahren gibt. Ähnlich wie beim Ballgolf wird hier eine Scheibe von A nach B geworfen, wobei A einen festgelegten Abwurf und B einen Fangkorb bezeichnet. Jeder Spieler versucht diesen Korb mit so wenigen Würfen wie möglich zu erreichen. Die Scheibe wird von der Stelle aus weitergespielt, an der sie nach dem Wurf liegen bleibt. So werden bis zu 18 Bahnen absolviert. Sieger ist derjenige Spieler, der die geringste Anzahl an Würfen benötigt. Dem Abwurf, der dazu dient, einemglichst große Entfernung zu überwinden, folgt die Annäherung an den Korb. Abschließend wird beim „Einputten“ die Wurfscheibe in den Korb geworfen, wo sie von Metallketten aufgefangen wird. Für jede Bahn gibt es eine anzustrebende Anzahl an Würfen (das Par), die somit den Spielrhythmus vorgibt.

DiscGolf erfreut sich vor allem in jüngster Zeit in Deutschland bei Spielern und Gemeinden , wachsender Beliebtheit. Wie das kommt? DiscGolf hat Breitensportpotenzial.

Jeder der eine Frisbee werfen kann und Spaß dabei hat, kann DiscGolf spielen.
Das Spielen ist, im Gegensatz zu anderen (Jugend-) Sportarten wie Skateboard oder Streetball, für Menschen jeden Alters und Fitness-Grades möglich, da es nicht nur auf Athletik, sondern vor allem auf Körperkontrolle und Konzentration ankommt. DiscGolf ist eine Sportart, die ein ganzes Leben lang 365 Tage im Jahr ausgeübt werden kann und stark im Einklang mit der Natur steht. Während des Spiels werden die Gegebenheiten des Parks bewusst aufgenommen, da sich die Werfer in der Abfolge der Bahnen spielerisch mit der Umgebung auseinandersetzen.
2. Der DiscGolf Parcours
DiscGolf Parcours sind umweltfreundlich und bedienen sich der Topographie von existierenden Flächen. Bäume, Büsche, Bäche, Seen und Hügel stellen natürliche Hindernisse und Herausforderungen eines Kurses dar.
Eingriffe in die Natur wie das Fällen von Bäumen oder Erdbewegungen sind NICHT erforderlich und widersprechen den elementaren Grundsätzen des Sports.
Ein DiscGolf Kurs ist ohne hohen Kostenaufwand zu installieren und kann Flächen nutzbar machen, die für andere Sportarten oder Freizeitbeschäftigungen nicht geeignet sind. Ein entscheidender Punkt, der DiscGolf von vielen anderen Outdoor Sportarten, die umfassende und teure Baumaßnahmen mit sich bringen, unterscheidet. Zusätzlich hierzu kommen die niedrigen Folgekosten, denn einmal installiert, erfordert eine DiscGolf Anlage kaum Instandhaltungsmaßnahmen.
Ist der Kurs installiert, können an einem sonnigen Wochenende bis zu 100 Spieler gleichzeitig spielen. Zum Vergleich: Ein Tennisplatz, der wesentlich mehr Kosten verursacht, bietet nur Platz für zwei bzw. vier Spieler.
Als Beispiel ein Korb in der Heidelandschaft in Söhnstetten
Heutzutage gibt es weltweit ca. 2500 fest installierte DiscGolf Anlagen. Es gibt ca. 13 Millionen Menschen, die schon einmal DiscGolf gespielt haben. Neben den USA ist der Sport in Europa vor allem in Skandinavien (mit über 300 Anlagen) längst etabliert, z.B. im Umkreis von 40 Kilometer gibt es um Stockholm herum 14 DiscGolf Parcours).
In Deutschland existieren in Moment ca. 40 fest installierte Anlagen, wovon 26 in den letzten fünf Jahren entstanden sind. Es zeigt sich, dass dadurch die Anzahl der Spieler explosionsartig angewachsen ist. In Städten oder Gemeinden, in denen DiscGolf Anlagen errichtet wurden, entwickeln sich aktive Szenen, die sich aus allen Schichten und Altersgruppen der Gesellschaft zusammensetzen.
Viele Menschen, die in der Nähe eines DiscGolf Parcours leben, entdecken Begeisterung für diesen Sport.
3. Bestandteile eines DiscGolf Parcours
Zielkörbe
Die Zielkörbe sind der wichtigste Bestandteil eines DiscGolf Kurses. Zur permanenten Installation empfiehlt sich ein mit einem Beton-fundament im Boden versenkter Ankerfuß, an den der Korb mittels einer Schlossverschraubung diebstahlsicher montiert wird. Die Körbe bestehen aus galvanisiertem Stahl und sind somit unverwüstlich.

Bahn-Schilder
An jedem Abwurfpunkt befindet sich ein Schild, das grafisch den Verlauf der Spielbahn darstellt. Es erläutert dem Spieler die Ent-fernung zum Zielkorb, die anzustrebende Wurfszahl (das Par), zeigt die ideale Flugkurve und etwaige Hindernisse und Strafzonen an. Es besteht zudem die Möglichkeit, potenziellen Sponsoren Teil des Schildes als Werbefläche bereitzustellen. Weiter sind am Ausgangspunkt Schilder mit einem Kursplan oder/ und den Spielregeln zu empfehlen.

Abwurfstellen
Um den Spielern einen festen Untergrund und sicheren Stand beim Abwurf zu gewährleisten, empfiehlt sich die Installation einer der folgenden Maßnahmen: Rindenmulch, Rollsplit, Kunstrasen- oder Hartgummi-Matten, oder gegossene Betonplatten in der Größe von etwa 1x3m. Abwurfstellen sollten möglichst haltbar und wetterfest sein.
4. Warum ein DiscGolf Parcours in Eningen?
Auf der Suche nach einem fest installierten DiscGolf-Parcours müssen weite Wege in Kauf genommen werden. Die nächstliegenden Einrichtungen dieser Art von Eningen u. A. aus sind Söhnstetten –( 80 km Entfernung), Ofterschwang – (210 km Entfernung) und Rüsselsheim –( 230 km Entfernung). Trotzdem wächst die Anzahl der Spieler, die sich regelmäßig an den Reutlinger Seen oder auf dem Rossberg in Gönningen, im Arbachtal in Eningen und vor allem auf der Eninger Weide treffen und auf provisorische Ziele spielen, seit einigen Jahren stetig an.
Angesichts der zum jetzigen Zeitpunkt bereits wachsenden Spielergemeinde in Reutlingen und Umgebung möchten wir die Initiative für den ersten DiscGolf Parcours in dieser Region ergreifen.
5. Warum ist Eningen ein idealer Standort?
Nach zahlreichen Veranstaltungen, Besuchen und reiflichen Überlegungen hat sich die Eninger Weide rund um das Wildgehege als idealer Standort erwiesen. Speziell als Beitrag zum Biosphärengebiet auf der schwäbischen Alb eignet sich der für die ganze Familie interessante Sport .
Das gesamte Gebiet rund um die Eninger Weide besitzt mit seinem alten Baumbestand und den Wäldern, teils offenen, teils auch engen Passagen die idealen Voraussetzungen für die Integration abwechslungsreicher Spielbahnen.
Obwohl das ausgesuchte Gelände häufig von Besuchern zur Erholung frequentiert wird, sind die Gefahrenpotenziale äußerst gering. Es gibt nur wenige unübersichtliche Stellen, die Gefahren für Unbeteiligte darstellen könnten.
Einen weiteren Vorteil des Standorts stellt die unmittelbare Nachbarschaft zum Wildgehege als beliebtes Ausflugziel für Familien sowie die Nähe zum Wanderheim dar. Erfahrungsgemäß haben Sportler sowie "Freizeitgolfer" das Bedürfnis, nach dem Spiel einen gelungenen Abschluss beim gemütlichen Zusammensitzen zu genießen.
Aus geographischer Sicht würde ein Parcours in Eningen die Verteilung aller DiscGolf Anlagen in Deutschland ergänzen (vgl. Übersicht rechts).
6. Möglicher Verlauf des Parcours
Diese Planung zeigt lediglich eine von vielen Möglichkeiten, den Parcours zu gestalten.

Der Anfang des jeweiligen Pfeils kennzeichnet den Abwurf, die Pfeilspitze den Fangkorb. Eine Vorort Analyse mit Verantwortlichen der Gemeinde ist nötig, um diejenigen Flächen, welche nicht bespielt werden dürfen zu definieren (z.B. Grillstellen, Liegeflächen, Spielplätze).
Oberstes Gebot beim DiscGolf ist der Schutz und die Sicherheit von Natur und Mensch. Der Parcours fügt sich in die natürlichen Rahmenbedingungen der Region ein ohne diese zu beeinträchtigen.
7. Der Nutzen für die Gemeinde Eningen
Ein DiscGolf Parcours auf dem Gelände der Eninger Weide bedeutet nicht nur für die Gemeinde Eningen u. A., die Eninger Weide und allen Besuchern eine nahezu wartungsfreie Spielanlage, für die keinerlei zusätzliche Flächen benötigt werden und die in hohem Maße die soziale Integration fördert. Ein Nutzen, der dem Grundgedanken des Biosphärengebietes sehr nahe kommt.
Wenig benutzte oder sogar brach liegende Flächen des Parks werden einer dem Allgemeinwohl zuträglichen Nutzung zugeführt. Durch die zu erwartende steigende Zahl an Besuchern können der Gemeinde wirtschaftliche Vorteile entstehen, nicht zuletzt durch den Verleih von Wurfscheiben im Bürgerbüro oder im Wanderheim.
Weiterhin besteht die Möglichkeit, regionale, nationale oder sogar internationale Turniere auszurichten.
Veranstaltungen dieser Art wecken reges öffentliches Interesse. Es nehmen Spieler aller Altersklassen teil - Grund dafür, dass soziale Kontakte in lockerer und entspannter Atmosphäre besonders gefördert werden und der Besuch des Parcours als positives emotionales Erlebnis in den Köpfen zurückbleibt.
Im Deutschen DiscGolf-Verband gibt es - neben vielen kleineren „Spaßturnieren“ - die German Tour: eine 33-teilige Turnierserie, die 2001 anlässlich der Bundesgartenschau bereits in Potsdam zu Gast war. Über 70 Spieler waren damals aus ganz Deutschland und Teilen Europas im BUGA Park zu Besuch, um diesem gelungenen Event beizuwohnen. Aktuell wird die German Tour von etwa 450 Personen aus ganz Deutschland und den angrenzenden Ländern gespielt.
Als Interessengemeinschaft "Reutlinger DiscGolf Freunde" (RDF) sehen wir unsere Aufgabe vor allem darin, noch mehr Menschen für DiscGolf zu begeistern. Unsere Mitglieder aus dem Großraum Reutlingen sind teilweise seit Jahren aktive German Tour Spieler und nicht zuletzt in der Top 25 Deutschlands vertreten. Unser Engagement in Verbindung mit einer DiscGolf Anlage auf der Eninger Weide zielt dahin, Interessierte in den Sport einzuführen und zu fördern. Wir streben die Organisation eines regelmäßigen Trainingsbetrieb und Kurse unter professioneller Leitung.
Die weitere Planung sieht vor, nach der Realisierung des DiscGolf Parcours einen eigenen Verein zu gründen oder sich einem örtlichen Verein als eigenständige Abteilung anzuschließen.
Wir sind davon überzeugt, dass der DiscGolf Parcours schnell zu einer beleibten Attraktion auf der Eninger Weide avancieren kann - einzigartig in der Region.
Die Reutlinger DiscGolf Freunde werden diese Entwicklung mit allen Kräften unterstützen.